Die
DPG e.V. zeichnet Dr. Sebastian Liebe mit
dem Nachwuchspreis aus. Der
DPG-Nachwuchs gratulierte recht herzlich
und traf sich zu einem Interview mit
dem Preisträger. Nach Studium der Agrarwissenschaften
in Berlin wurde Dr.
Liebe am Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ),
Göttingen im Jahr 2015 in
der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Mark Varrelmann
promoviert.
Können Sie bitte kurz umreißen, was Sie in Ihrer
Promotion bearbeitet haben?
In meiner Arbeit untersuchte ich den Einfluss von Feldumwelt, Zuckerrüben-Genotyp und Lagerungstemperatur auf die Ausbildung von Lagerfäulen während der Zuckerrübenlagerung. Hierzu habe ich eine Methode zur präzisen Bonitur von Lagerfäulen entwickelt, mit deren Hilfe dann Befalls-Verlust-relationen bestimmt wurden. Darüber hinaus habe ich einen Bioassay zur Prüfung von Lagerfäulestabilität etabliert sowie mittles „DNA microarray“ und „deep sequencing“ das Mikrobiom gelagerter Zuckerrüben charakterisiert. Durch diese Arbeit konnte erstmalig gezeigt werden, dass Zuckerrüben einer intensiven mikrobiellen Besiedelung ausgesetzt sind. Des Weiteren zeigen die Ergebnisse, dass genotypische Unterschiede bei der Lagerstabilität bestehen und Umweltfaktoren die Ausprägung der Lagerfäule erheblich beeinflussen können. Mit dem etablierten Biotest kann die Lagerfäulestabilität nun bereits an Jungpflanzen erfasst und das Merkmal so in die züchterische Gesamtbewertung neuer Genotypen integriert werden.
In meiner Arbeit untersuchte ich den Einfluss von Feldumwelt, Zuckerrüben-Genotyp und Lagerungstemperatur auf die Ausbildung von Lagerfäulen während der Zuckerrübenlagerung. Hierzu habe ich eine Methode zur präzisen Bonitur von Lagerfäulen entwickelt, mit deren Hilfe dann Befalls-Verlust-relationen bestimmt wurden. Darüber hinaus habe ich einen Bioassay zur Prüfung von Lagerfäulestabilität etabliert sowie mittles „DNA microarray“ und „deep sequencing“ das Mikrobiom gelagerter Zuckerrüben charakterisiert. Durch diese Arbeit konnte erstmalig gezeigt werden, dass Zuckerrüben einer intensiven mikrobiellen Besiedelung ausgesetzt sind. Des Weiteren zeigen die Ergebnisse, dass genotypische Unterschiede bei der Lagerstabilität bestehen und Umweltfaktoren die Ausprägung der Lagerfäule erheblich beeinflussen können. Mit dem etablierten Biotest kann die Lagerfäulestabilität nun bereits an Jungpflanzen erfasst und das Merkmal so in die züchterische Gesamtbewertung neuer Genotypen integriert werden.
Gab es Persönlichkeiten, die Ihre wissenschaftliche
Laufbahn bisher entscheiden geprägt haben? Ja,
die gab es in der Tat. Allen voran mein Betreuer Prof. Dr. Mark Varrelmann. Er
hat mich immer gefördert, mir gleichzeitig aber auch erlaubt links und rechts
vom Thema zu arbeiten. Dabei lehrte er mich aber auch, seine Ziele fest im
Blick zu haben. Ich empfinde die Auszeichnung daher auch als Auszeichnung für
die exzellente Betreuung, die ich erfahren durfte.
Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung durch die DPG
e.V.?
Ich freue mich sehr über
die Verleihung des Preises. Für mich stellt es eine Anerkennung meiner Arbeit
durch andere Wissenschaftler dar. Der Preis motiviert mich, auch in Zukunft
weiter an wissenschaftlichen Fragestellungen zu arbeiten.
Woran arbeiten Sie aktuell? Ich arbeite als PostDoc in einem DFG Forschungsprojekt
am IfZ in Göttingen. In meiner Arbeit mit den eng verwandten und oft zusammen auftretenden
Viren BSBMV und BNYVV möchte ich aufklären, inwieweit die Besiedelungsstrategie
dieser beiden Viren sich unterscheiden und welche molekularen Ursachen
dahinterstecken. Ferner möchte ich die Dauerhaftigkeit der Resistenz gegenüber
BNYVV bewerten.
Möchten Sie auch in Zukunft in der Wissenschaft
arbeiten? Wo liegen aus Ihrer Sicht Chancen und Probleme?Gerne möchte ich weiter in der
Wissenschaft tätig sein. Es gibt viele, neue spannende Fragestellungen. Im
Bereich der Virologie ist dies vor allem der Einsatz biotechnologischer
Verfahren. Aber auch die Resistenzzüchtung und- Bewertung sind nach wie vor
aktuelle Themen. Als problematisch sehe ich die Rahmenbedingungen für junge
Wissenschaftler an. Befristete Arbeitsverträge bieten zu wenig langfristige
Entwicklungsstrategien für junge Wissenschaftler.
Was erwarten Sie sich persönlich von der Deutschen
Pflanzenschutztagung? Wo liegen Ihre Interessen? Ich bin breit an Themen des Pflanzenschutzes
interessiert. Darin sehe ich auch immer den Charme einer solchen Tagung.
Speziell interessiert bin ich an Themen zu Diagnostik, Virologie, Züchtung und
neuen Methoden aus der Molekularbiologie. Durch den Input kann man eigene Ideen
zur eigenen Arbeit neu entwickeln oder überdenken. Schließlich freue ich mich
über regen Austausch mit vielen Kollegen und Freunden.
Bild und
Interview: Sebastian Streit (Göttingen)

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