Die DPG e.V. zeichnet Dr. Stefanie
Ranf mit
dem Julius Kühn-Preis aus.
Der DPG-Nachwuchs
gratulierte recht
herzlich und
traf sich zu einem Interview mit der Preisträgerin.
Frau Dr. Ranf wann sind Sie der DPG beigetreten?Vor etwa eineinhalb
Jahren. Mit der DPG bin ich während meiner Arbeit in München in Kontakt
gekommen. Besonders beeindruckt hat mich die Unterstützung des
wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Arbeitskreistreffen bieten sehr früh die
Möglichkeit, einem externen Publikum wissenschaftliche Ergebnisse zu
präsentieren und sich mit anderen auszutauschen. Für angehende Wissenschaftler ist
das eine tolle Erfahrung. Ich ermutige auch meine Doktoranden, sich an den
Treffen der DPG zu beteiligen.
Auf der diesjährigen Deutschen
Pflanzenschutztagung in Halle werden Sie den Julius Kühn-Preis der DPG
verliehen bekommen. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?Persönlich freue ich mich
sehr. Man verbringt als Wissenschaftlerin viel Zeit im Labor, auch abends und
an den Wochenenden. Es motiviert, zu wissen, dass dies auch Anerkennung findet.
Im wissenschaftlichen Umfeld hilft der Preis, meine Forschung bekannter zu
machen. Ich erhoffe mir über den normalen Fachkreises hinaus mehr Interesse an
unseren Ergebnissen zu wecken.
Was sind die
wichtigsten Meilensteine Ihrer wissenschaftlichen Laufbahn bisher?
Ich habe in Regensburg
Biochemie studiert. Die enge Betreuung und die häufigen Laborkurse waren eine
ausgezeichnete Grundlage für meine wissenschaftliche Karriere. Nach dem Diplom
bin ich für ein Jahr in die USA an die University of South Carolina gegangen. Das
war auch mein erster wissenschaftlicher Kontakt mit dem pflanzlichen
Immunsystem – einem Gebiet, das mich bis heute beschäftigt. Nach dieser
Erfahrung konnte ich viel fokussierter an meine Doktorarbeit herangehen, die
ich 2011 am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) in Halle absolviert
habe. Nach einem PostDoc am IPB bin ich 2013 an den Lehrstuhl für Phytopathologie
der TU München gewechselt. Seit März 2016 leite ich dort eine Emmy Noether-Arbeitsgruppe.
Wer hat Ihre wissenschaftliche Laufbahn
entscheidend geprägt? Ganz klar: Mein Doktorvater, Prof. Dr. Dirk Scheel. Er hat mir von Anfang an großen Freiraum zur selbstständigen Entwicklung und zur Umsetzung eigener Ideen gegeben. Gleichzeitig habe ich aber auch viel Unterstützung und Beratung erhalten. Nach dem Ende meiner Promotion durfte ich mein komplettes Arbeitsgebiet mitnehmen. Das ist alles andere als selbstverständlich. Die zweite prägende Person meiner bisherigen Karriere ist Prof. Dr. Ralph Hückelhoven, an dessen Institut ich auch heute meine Arbeitsgruppe leite. Er hat immer ein offenes Ohr, unterstützt mich, gibt aber auch kritisches Feedback. Gerade beim Übergang vom PostDoc zur Gruppenleiterin konnte ich sehr von seiner Erfahrung und seinen Ratschlägen profitieren.
Die diesjährige 60. Deutsche
Pflanzenschutztagung steht unter dem Motto: „Pflanzenschutz: Effizienz und
Vielfalt“. Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema?
Wir brauchen vielfältigen
Pflanzenschutz, der verschiedenste Methoden kombiniert -
von der Sortenresistenz bis zum chemischen Pflanzenschutz. Das wird heute schon in der Landwirtschaft praktiziert. Wir können auf dem Gebiet aber noch viel von Pflanzen lernen. Auch diese bedienen sich zu ihrem Schutz verschiedener Methoden, zum Beispiel mechanischen Barrieren und chemischen Verbindungen. Die Kombination unterschiedlicher Maßnahmen im Pflanzenschutz führt zu einer höheren Effizienz und erschwert die Resistenzbildung bei Pathogenen.
von der Sortenresistenz bis zum chemischen Pflanzenschutz. Das wird heute schon in der Landwirtschaft praktiziert. Wir können auf dem Gebiet aber noch viel von Pflanzen lernen. Auch diese bedienen sich zu ihrem Schutz verschiedener Methoden, zum Beispiel mechanischen Barrieren und chemischen Verbindungen. Die Kombination unterschiedlicher Maßnahmen im Pflanzenschutz führt zu einer höheren Effizienz und erschwert die Resistenzbildung bei Pathogenen.
Der Einsatz chemischer
Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft wird zunehmend kritischer in der
Öffentlichkeit diskutiert. Welchen
Beitrag können wir als Wissenschaftler zu dieser Diskussion leisten?
Viele Menschen sehen mögliche Risiken, nicht aber den Nutzen des
Pflanzenschutzes. Unter anderem hilft moderner Pflanzenschutz, Nahrungsmittel
vor Toxinen zu schützen, die beispielweise von Krankheitserregern gebildet
werden. Die durch modernen Pflanzenschutz mögliche effiziente und produktive Nutzung
landwirtschaftlicher Flächen erlaubt es außerdem, andere Gebiete für Naturschutzmaßnahmen
zu nutzen, auch außerhalb Europas. Wir Wissenschaftler sollten uns dafür
einsetzen, die Verbraucher über diese Fakten aufzuklären, um die Debatte über
das Thema zu versachlichen.
Das Interview
führte Marco
Reitz (IVA)
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